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«DAS KRAFTWERK» wird melodisch

  • 12. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Die Chorproben für das Freilichtspiel «Das Kraftwerk» mit seinen

18 Liedern nehmen jetzt so richtig Fahrt auf.

Der Chor bereitet sich auf den grossen Auftritt beim Freilichtspiel «Das Kraftwerk» vor.
Der Chor bereitet sich auf den grossen Auftritt beim Freilichtspiel «Das Kraftwerk» vor.

In etwas weniger als zehn Wochen muss das gesamte Gesangsprogramm sitzen – frei, ohne Noten und sogar ohne Dirigent. Derweil bereitet Christian Klucker die rund 45 begeisterten Sängerinnen und Sänger auf den grossen Auftritt auf der Freilichtbühne in Bärenburg vor. Die Premiere findet am Donnerstag, 6. August, statt, und bis dahin bleibt nicht mehr unbegrenzt Zeit, die 18 Lieder zu üben. Gesungen wird auf Romanisch, Italienisch, Walserdeutsch und Andeererdeutsch. Die Stücke sind unterschiedlich: Einige italienische Schlagerhits sind schwungvoll und leicht, andere sind traditionell wie die im Schams einheimischen Lieder von Tumasch Dolf. Vier oder fünf davon feiern sogar Erstpremiere: Stefano Sposetti hat die Melodien komponiert, und der Autor des Theaterstücks, Felix Benesch, hat die Liedtexte für das Freilichtspiel «Das Kraftwerk» geschrieben.


Gesang allein ist nicht genug

Nach sechs Wochen kann der Chorleiter beruhigt sagen: Die Sängerinnen und Sänger sind auf einem guten Weg. «Alle Lieder wurden bereits geübt, jetzt geht es darum, den Ablauf zu automatisieren», erklärt Christian Klucker. Die Vorbereitung des Dirigenten ist weitgehend abgeschlossen, doch neben Text und Melodie kommt noch vieles mehr hinzu: Die Platzierung auf der Freilichtbühne, Ausdruck, Emotionen und sogar die Körperhaltung spielen eine wichtige Rolle.


Bei alldem ist klar: Der Chorleiter hat ein ausgezeichnetes Gehör für den richtigen Ton. Seinen Perfektionismus hat die Schreibende bereits in der Unterstufe kennengelernt, als Christian Klucker die Klasse auf ein Gemeinschaftskonzert mit den Andeerer Schülern vorbereiten sollte. Und trotzdem herrscht stets eine angenehme Atmosphäre während der Proben – damals wie heute.


«Auch die mentale Vorbereitung ist sehr wichtig», betont der Dirigent. Das bedeutet, mit Nervosität und Druck umzugehen und sich auf den grossen Auftritt in Bärenburg vorzubereiten. Wie in einem Film lässt Christian Klucker die Teilnehmenden ihren Auftritt visualisieren, damit die Sängerinnen und Sänger bereit sind, ganz allein vor rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauern aufzutreten.


Zuversicht übertönt Nervosität

Die Sängerinnen und Sänger nehmen ihr Programm ernst, jede und jeder weiss, worum es geht. Deshalb ist auch klar, dass die Lieder zu Hause auswendig gelernt werden müssen. Eine grosse Hilfe sind die Aufnahmen aus den Proben – so soll es später klingen. Sehr gefallen haben mir persönlich die italienischen Schlagerlieder, da sie mit viel Schwung gesungen worden sind. Der Chor ist untereinander und auch mit dem Dirigenten gut eingespielt. Nun falle ich als Quereinsteigerin auf – während ich mich streng auf den Liedtext konzentrieren muss, singen meine Nachbarinnen und Nachbarn oft frei. Die fehlende

Gabe, Noten zu lesen, macht mir die Sache nicht gerade einfacher. Trotzdem schlage ich mich durch das vielfältige Programm und gebe mein Bestes – auch wenn mir leider zu spät aufgefallen ist, dass ich mich zu den Sopransängerinnen dazugesetzt habe und kaum einen Ton getroffen habe.


Nichtsdestotrotz habe ich den Abend mit den Sängerinnen und Sängern genossen und bin guter Dinge, dass sie das anspruchsvolle Programm auch ohne den sympathischen Dirigenten mit Bravour meistern. Aber auch der Dirigent ist überzeugt, dass alles klappen wird: «Es ist eine grossartige Gruppe, ich habe überhaupt keine Angst, dass es nicht klappt.» Niemand will mit dem Fall rechnen, dass etwas schiefgehen könnte, doch Kluckers Aussage zeigt bereits, mit wie viel Herzblut er seine Arbeit macht.

Der Artikel wurde von Francesca Mark geschrieben und ist am 11. Juni 2026 im Pöschtli erschienen.

 
 
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